Hier wohne ich  zwar "unter der Brücke"  aber noch

hoch genug um von meinem Balkon aus, auf das gemeine Fussvolk  hinunter

sehen zu können

 

Leider wohne ich nicht mehr hier, das Haus wurde verkauft und ich musste ausziehen! So wird man einfach heimatlos gemacht und kann sich nicht mal dagegen wehren. Wenn ich mich mit der neuen Situation etwas angefreundet habe, werde ich hier weiterschreiben und Euch über meine neue Bleibe erzählen...

 

Ich wohnte nicht immer hier, denn im Oktober 1943 brachte meine Mutter  

ein wunderschönes Baby,  nämlich mich, in

Zürich  zur Welt. Ich besuchte da noch den Kindergarten  und

dann zogen wir um  weil damals auch grosse Arbeitslosigkeit herrschte. Man

konnte froh sein irgendwo eine Stelle zu kriegen und die bekam mein Vater

bei der ABB, damals noch BBC in Baden

So verbrachte ich zusammen mit meinen

 

Brüdern Marius,   Edmund und Karl

meine Kinder- und Schulzeit  rund um die BBC herum.

 

Meine Mutter hatte vermutlich ein Zugvogel-Gen in sich, denn

wir zogen während meiner Schulzeit in schöner Regelmässigkeit von Ort zu Ort...

Zuerst wohnten wir in Wettingen  wo ich die

erste Klasse  besuchte.

Dann waren wir eine Zeit lang in Oberehrendingen  5. Klasse,

danach folgte Baden, Untersiggenthal und irgendwann dann wieder Wettingen.

Dort besuchte ich im, damals neuen, Bezirkschulhaus

 

die Sekundarschule  Im letzten Jahr meiner Schullaufbahn

bekam ich dann noch meine schon immer sehnlichst gewünschte

 Schwester  Cornelia.

 

Als Cornelia zwei Jahre alt war, wurde meine Mutter wieder

vom Umzugs-Virus befallen,

wir zogen nach Krinau  und so landete

ich in der Ostschweiz. Obwohl ich mir vorgenommen hatte, so schnell wie möglich

wieder in die alte Heimat zurück zu gehen, habe ich es bis zum heutigen Tag nicht geschafft.

Das Umzugs-Fieber meiner Mutter hielt an, denn bald wohnten wir nicht mehr in Krinau,

wir waren einpaar Höhen-Meter weiter nach unten gezogen,

nämlich nach  Lichtensteig.

Aber auch da hielt es meine Mutter nicht lange aus und schon

fanden wir uns in  Herisau wieder.

Mittlerweile war ich 17 Jahre alt und nicht mehr gewillt durch Umzüge

die ganze Schweiz kennen zu lernen...

Ich packte meine Koffer und zog aus!!

Drei Jahre nach meinem Auszug zu Hause machte ich einen Abstecher ins Militär

       

Nach einer dreiwöchigen Ausbildungszeit beim FlBMD (Fliegerbeobachtungs- und Meldedienst)

 in Ruhn- und Achtungsstellung und vielem Anderen mehr

     

wurde ich in die Fl Na Kp 13 eingeteilt.

 

Dort machte ich Dienst, manchmal sogar im Kämpfer mit Gasmaske

 

    und ich genoss natürlich auch den Ausgang obwohl er damals nur bis 22.00 Uhr dauerte!!!

Das war eine schöne und lehrreiche Zeit, die ich nicht missen möchte.

 

Inzwischen schreiben wir das Jahr 1969

In diesem Jahr passierte mir etwas, was einem "braven" Mädchen zur damaligen Zeit

nie hätte passieren dürfen.

Am 10. Juni bekam ich meine Tochter Angela  unehelich. Das war gar

nicht mal soooo schlecht, denn so lernte ich meine "Freunde" kennen.

Die meisten liessen mich im Stich, denn mit einem "gefallenen Mädchen" wollte

man eben nichts zu tun haben. Daran hatte ich ziemlich zu knabbern, aber

ein damaliger Arbeitskollege hat mich getröstet mit den Worten:

Du bist kein bisschen anders als die anderen Mädchen, nur sieht man es denen

nicht an, dass sie "es" auch schon getan haben....

 

Zwei Jahre später lernte ich dann meinen Mann Erwin kennen und wir heirateten am 28. Juli 1972.

Auf dem Weg zur Kirche     und

bei der Trauung   war Angela natürlich dabei. Danach erzählte

sie Jedem der es hören und auch nicht hören wollte, dass wir (sie und ich) den Papi geheiratet hätten.

  

Hier das frischgebackene Ehepaar. 

Und jetzt durften ja die

Kinderlein kommen....Eigentlich wollten wir nur zwei, ein Mädchen und einen Jungen.

Die Tochter hatten wir schon,

also hofften wir auf einen Sohn. Jedoch am 16. Februar 1975 erblickte

 Gabriela    genannt Gabi!!! (darauf besteht sie)

das Licht der Welt und machte uns einen Strich durch die Rechnung. Also dann eben noch einen Versuch

und dann ist Schluss egal was kommt.

Und ohhh Wunder wir schafften den Jungen. Am 6. Juni 1976 erfreute uns

Clemens  mit seinem ersten Schrei.

Da jetzt unsere Familienplanung abgeschlossen war liess ich mich gleich nach der Geburt unterbinden.

Aber wie sagt man so schön?

Der Mensch denkt und Gott lenkt!

Nach der Unterbindung litt ich an Depressionen und diffusen Ängsten. Der Frauenarzt meinte,

es wäre besser, wenn ich mir die Eileiter wieder zusammennähen lassen würde. Die

Erfahrungen hätten gezeigt, dass die Frauen danach von den Depressionen befreit wären, obwohl

sie samt geflickten Eileitern keine Kinder mehr bekommen könnten. Also

entschlossen wir uns zu der Operation. Und wirklich, die Ängste und Depressionen waren

nach der OP wie weggeblasen und Kinder konnten ja auch keine mehr kommen...

So dachten wir...

Die Ärzte der Frauenklinik St. Gallen, die mich operiert hatten, standen fast Kopf, als ich

am 28. Februar 1982 unseren Sohn Andrin   zur Welt brachte....

Und jetzt???

Ich wollte eigentlich nie einen Nachzügler!! Die werden ja alle so verwöhnt, frech und altklug...

Wir überlegten uns, ob

es für den Kleinen nicht besser wäre wenn er noch ein "Gschpänli" hätte und nicht

unter lauter "Grossen" aufwachsen müsste.

Also langer Rede kurzer Sinn, wir versuchten es noch einmal und am 9. September 1983 

erblickte Silvio   unser Jüngster das

Licht der Welt...

Jetzt waren wir endgültig komplett

und die Familienplanung endlich abgeschlossen....

Diesmal auf Dauer!!

Eigene Kinder gab es zwar keine mehr, aber wir nahmen Daniel, den Sohn meines

Bruders, für zwei Jahre in Pflege. Mit sechs Kindern ging bei uns dann schon mal so richtig die Post ab!!

Wie habe ich das damals bloss ausgehalten??

 

Aber wie das Leben so spielt, unsere grosse Liebe hielt leider

nicht bis ans Lebensende.

Es fing an zu krieseln und so wurden wir nach 19-jähriger Ehe

im September 1991 geschieden.

Seither lebe ich ohne Partner. Der Richtige ist mir einfach noch nicht begegnet.

 

So, die Geschichte über mich ist hier beendet, aber vielleicht muss ich ja

irgendwann einmal noch einen neuen Partner vorstellen.

                                                                                       "Abwarten und Tee trinken..."   

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